So wie die Haltung der Bevölkerung in anderen Lebensbereichen einem steten Wandel unterzogen ist, ändert sich auch die Einstellung gegenüber den Begräbnissitten. 1998 wünschten sich noch 80 Prozent der Bevölkerung ein normales Erd- oder Urnengrab auf dem Friedhof, heute sind es nur noch 50 Prozent, wie eine im Frühjahr 2007 durchgeführte Umfrage ergeben hat.






Ein Trend geht in Richtung Gemeinschaftsgrab: Wo die Möglichkeit angeboten wird, z. B. die neue Urnenbegräbnisstätte des Krematoriums auf dem Stadtfriedhof in Hohenems, Urnen in einem solchen Grab beizusetzen, wächst die Zustimmung deutlich. Gerade allein stehende Personen oder Menschen, deren Angehörige in großer Entfernung daheim sind, nehmen das Angebot für den Fall ihres Todes in Anspruch.
 


 
Urnenbeisetzung außerhalb eines Friedhofes


Während die Mehrheit der Bevölkerung noch auf die traditionelle Beisetzung von Urne oder Sarg auf einem öffentlichen Friedhof setzt, wird der Wunsch nach alternativen Möglichkeiten immer lauter. Zahlreiche Staaten und einzelne österreichische Bundesländer räumen die Möglichkeit ein, Urnen auch außerhalb öffentlicher Friedhöfe beizusetzen. Da die Asche völlig keimfrei ist, bestehen keine hygienischen Bedenken, Würde und Pietät sollen aber in jedem Fall gewährt sein. Meist wird die Beisetzung in einer sich selbst auflösenden Urne vorgeschrieben. In diesem Fall gibt es bereits nach wenigen Jahren keinerlei Spuren der Beisetzung mehr, es ist also auch eine unbeabsichtigte Störung der Totenruhe ausgeschlossen.

Seebestattung

Auf steigende Zustimmung stößt die Möglichkeit der Seebestattung, wobei die sterblichen Überreste in einer wasserlösslichen Urne dem Meer übergeben werden.

 

Wald des Friedens

Beim Wald des Friedens handelt es sich um einen Ort der letzten Ruhe in einem naturbelassenen Mischwald mit natürlichen Waldwegen - ohne symmetrische Kieswege und Marmorgrabsteine. Die Asche wird dort in abbaubaren Urnen an den Wurzeln eines Friedbaumes bestattet.

 


Asche ausstreuen


Nordrheinwestfalen etwa reserviert auf Friedhöfen eine Rasenfläche, auf der die Asche verstreut werden kann, in der Schweiz ist das in vielen Kantonen auch außerhalb des Friedhofs problemlos möglich. Ausgeschlossen sind lediglich Wohngebiete. In Österreich ist dieses Verstreuen der Asche nirgends erlaubt.